K 2020

THIS HOUSE IS NOT A HOME

25 June – 20 September 2020

Lothringer 13 Halle. Ein Kunstraum der Stadt München
Lothringer Straße 13
81667 München
www.lothringer13.com

Achinoam Alon, Nike Arnold, Jenifer Becker, Mathieu Bessey, Kamilla Bischof, Anaïs Bloch, Arbeitskollektiv Barabern und Strawanzen, Isabel Bredenbröker, Cashmere Radio, Marios Chatziprokopiou, Ruth Angel Edwards, Jan Erbelding, Samuel Fischer-Glaser, Cooper Francis, Adam Gallagher, Feministisches Frauen*gesundheitszentrum Stuttgart, Kylie Gilchrist, Kolja Gollub, Jackie Grassmann, Amelia Groom, Snorre Hansen, Emma Waltraud Howes, Stan Iordanov, Stephan Janitzky, Yorgia Karidi, Ylena Katkova, Johanna Klingler, Paula Kohlmann, Kollektiv Crèmbach x Lion Bischof, Charlotte Coosemans, Simone Ganserer, Zeno Legner, Sarah Lehnerer, Yulia Lokshina,!Mediengruppe Bitnik, Inka Meißner, Katharina Merten, Maria von Mier, Moritz Nebenführ, Tunay Önder, Aiko Okamoto, Jonas von Ostrowski, Bernhard Rappold, Thea Reifler, Amir Saifullin, Lennart Boyd Schürmann, Sophie Schmidt, Philipp Schwalb, Angela Stiegler, Sarah Johanna Theurer, Laura Welker, Felix Leon Westner, Vasilis Zarifopoulos, Laura Ziegler

SOME NOTES FROM MARCH 2020 – PREPARING FOR K DURING LOCKDOWN

______Home is not only in the house 

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I slit the sheet, the sheet I slit, and on the slitted sheet I sit

Es klapperte die Klapperschlang, bis ihre Klapper schlapper klang.

eben habe ich den Text von Giorgia nochmal gelesen. „Bla bla“, Ihre Charakterisierung des Text-Genres, trifft es ziemlich gut finde ich. Sprechen unter Bemühung der Mittel, die einem so zur Verfügung stehen, ohne dass klar ist, worin der Sinn und Zweck einer solchen Artikulation liegt oder gegenwärtig überhaupt liegen könnte. Die allgemeine physische Isolation verleiht allen um Gegenwartsdiagnostik bemühten theoretischen Äußerungen dieses krass selbstreferentielle Moment. Die routinierten sozialen Anwendungskontexte lassen unsere sprachlichen Bemühungen ja sonst automatisch relevant oder zumindest resonant erscheinen. Und doch scheint mir, dass das Prekäre eines politischen Sprechens, das sich, handlungsohnmächtig, auf die Autosuggestion zurückgeworfen sieht, zwar jetzt an besonderer Drastik gewinnt, eigentlich aber symptomatisch ist für die Privatisierung öffentlicher Interaktion insgesamt. In dieser physiognomischen Lesbarkeit einiger sonst nur mühsam zu benennenden politischen Eigenschaften gegenwärtiger Herrschaft besteht vielleicht auch die Chance, sich wieder klarer zu werden über politischen Status und Strategien der eigenen Aktivitäten. 

Wie lassen sich Sprachen und Handlungen finden, die sich nicht in Selbstaffektion erschöpfen? 

Voraussage: wahrscheinlich definitiv, wöchentlich und spontan, datiert, periodisiert, priorisiert, par avion, zu Fuß, im Bollerwagen, Sternzeichen Wassertier Landei Baumpflanze Propheteneremit*in, sonnig mit Wolken, zeitnah und angepasst, anpassbar plötzlich, verschieden verschoben.

Definitiv: wir werden, wir sprechen, wir können, könnten, berühren, berührt werden.

brrr grrr rappa rappa sap klick raußa raußa drinne drinne klick knda knda da

Reduced to the max___________

___KAKOPHONIE_

‘combine your score out of archive materials and have it spatially enacted according to your needs’

1.) im inaktiven Zustand dient es als Rückzugsort, Höhle und Kammer für kontemplatives Verweilen innerhalb der Wohnung. Man bräuchte also einen Bereich/Raum, in dem man sich isolieren kann. Besucher/K’s können dort anhand von inventarisiertem Material (dem was ich dort bereit stelle bzw. ggf. auch anderen Dingen in der Ausstellung?) einen score kombinieren und einen von ihnen imaginierten historischen Moment bestellen. Die Bestellung/der Wunsch würde neben dem ausgewählten Material Kategorien zu seiner Bearbeitung formulieren (zB auf Zettel), mit entsprechend verschiedenen Kategorien in den eckigen Klammern: let me inhabit a [quiet] moment of [colonial] history in a [grotesque] style, in order to remember [hatred]

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Reduced to the max

Home is not only in the house 

Nor 

My home is the Streets – never say never

– A house needs the street for not being a farm

Pay your rent or buy a tent (with wifi)

Auf jeden Fall erster beim Frühjahrsputz (new bluetooth over ear headphones with noise reduction) 

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Mir scheinen folgende Ansatzpunkte sinnvoll:

1.    [endif]Eine konkrete Analyse der Konstitution unser ‚legal-economic bodies‘, also der Art wie wir rechtlich und ökonomisch als Identitäten vorkommen.

2.    [endif]‚Seelische Gasmasken’: Eine Immunisierung gegenüber den geistigen Ökonomien und ihren medialen Strategien, in die wir hineingezogen werden. 

  1.   Eine Lokalisierung des Ortes utopischer Bedürfnisse: Als imaginärer Horizont, der sich aber immer nur ephemer verwirklicht, oder als realpolitische Programmatik? Widerstand gegenüber oder Beteiligung an staatlichen Handeln?

4.    [endif]Jenseits von abstrakten Begriffen des ‚Kollektiven’ ein Experimentieren mit den Chancen konkreter physischer Begegnung zwischen Menschen.

Antonio Centeno Ortiz We Are Here to Transform. We Want 

Wie lassen sich Sprachen und Handlungen finden, die sich nicht in Selbstaffektion erschöpfen? 

Giorgias Plädoyer für ein harmonisches Verhältnis von Geist und Körper mittels spezifischer Körperpraktiken, die nicht einer Verwertungslogik folgen, die dem Virus als Freund begegnen, in denen der Körper seine ‚Präsenz‘ erfährt, scheint mir nicht wirklich ein vielversprechender Ansatz (außer vielleicht als metaphorisches Projekt). Vermutlich ist der Aspekt der ‚biopolitischen‘ Selbstverhältnisse, also der Ausdehnung von Machttechniken auf Körperpraktiken gegenwärtig nicht der entscheidende und generell irreführend, sofern der nicht-enteignete, organische Körper als Normalzustand gesehen wird. Die gegenwärtige Situation scheint mir insbesondere zu zeigen, wie weit die digital vermittelten Psychopolitiken die Wahrnehmungsökonomien von Bevölkerungen als riesigen Seelenfeldern in quasi-Echtzeit stimulieren können. Vielversprechender angesichts der anonymen Konzentration und Monopolisierung dieser Prozesse und ihrer Verschaltung mit den exekutiven Regierungsformen finde ich Georgias Ansatz bei einer Analyse totalitärer Herrschaftsformen.  

Everything. We Demand Desire.und auch von Paul B. Preciado über Lorenza Böttner „Requiem to the norm“

 Ich musste auch wieder an Sarah’s Empfehlung zum Film „Crip Camp: A Disability Revolution“ (2020) https://en.wikipedia.org/wiki/Crip_Camp denken (hab ihn noch nicht gesehen, aber Samuel hat wieder Zugang zu Nef***).

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